Du stehst in der Küche und bereitest Hühnchen zu. Dein Hund sitzt neben dir, die Augen groß, die Nase arbeitet auf Hochtouren. Du hältst ein Stück Hühnerleber in der Hand und fragst dich: „Darf er das haben? Ist Hühnerleber gesund für Hunde?„
Die kurze Antwort lautet: Ja, absolut! Hühnerleber ist eine fantastische Nährstoffquelle für deinen Vierbeiner.
Aber wie bei allen guten Dingen im Leben kommt es auf das „Wie“ und „Wie viel“ an. Innereien sind mächtig, und es gibt ein paar wichtige Regeln, die du beachten musst, damit der gesunde Snack nicht zum Problem wird.
In diesem Artikel erfährst du alles über die Vorteile dieses Superfoods, warum die Dosierung entscheidend ist und wie du Hühnerleber am einfachsten und saubersten fütterst.
Warum Hühnerleber ein echtes „Superfood“ ist
Innereien werden in der modernen Hundeernährung oft unterschätzt, dabei sind sie wahre Nährstoffbomben. Im Vergleich zu normalem Muskelfleisch ist die Leber viel dichter an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien.
Wenn du dich fragst, ob Hühnerleber gesund für Hunde ist, schau dir diese Liste der Inhaltsstoffe an:
Vitamin A (Retinol): Leber ist die beste natürliche Quelle für Vitamin A. Es ist entscheidend für die Sehkraft, das Immunsystem und eine gesunde Haut.
B-Vitamine: Besonders reich an Vitamin B12 und Folsäure, die wichtig für den Energiestoffwechsel und die Blutbildung sind.
Eisen: Hühnerleber liefert leicht verdauliches Eisen, das für den Sauerstofftransport im Blut sorgt und Müdigkeit vorbeugt.
Hochwertiges Protein: Sie liefert essenzielle Aminosäuren, die dein Hund für den Muskelaufbau braucht.
Kupfer und Zink: Wichtige Spurenelemente für Haut, Fell und Stoffwechselprozesse.
Für Hunde, die gebarft werden (Rohfütterung), sind Innereien wie Leber ein unverzichtbarer Bestandteil des Speiseplans, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Achtung: Die Dosis macht das Gift (Vitamin A)
Jetzt kommt das große „Aber“. Gerade weil Hühnerleber so unglaublich gesund ist, darfst du sie nicht im Übermaß füttern.
Das Hauptproblem bei zu viel Leber ist das Vitamin A. Im Gegensatz zu Vitamin C, das bei einem Überschuss einfach ausgeschieden wird, ist Vitamin A fettlöslich. Der Körper speichert es in der eigenen Leber.
Wenn ein Hund über einen längeren Zeitraum zu viel Leber frisst, kann dies zu einer Hypervitaminose A (einer Vitamin-A-Vergiftung) führen. Symptome können Knochenprobleme, Gelenkschmerzen oder Hautveränderungen sein.
Die Faustregel lautet: Innereien sollten etwa 10% bis maximal 15% der gesamten tierischen Ration ausmachen. Davon sollte wiederum nur etwa die Hälfte (also 5% der Gesamtration) Leber sein.
Tipp: Ein kleines Stück Leber ein- bis zweimal pro Woche ist für die meisten Hunde völlig ausreichend und sehr gesund. Leber ist kein Hauptgericht, sondern eine wertvolle Ergänzung.
Roh, gekocht oder getrocknet: Wie füttere ich Hühnerleber?
Wenn du dich entschieden hast, dass Hühnerleber gesund für deinen Hund ist und du sie füttern möchtest, hast du verschiedene Möglichkeiten:
1. Rohe Hühnerleber: Viele BARFer füttern Leber roh. Das ist die natürlichste Form und die Nährstoffe bleiben vollständig erhalten. Achte aber unbedingt auf absolute Frische und Hygiene, um das Risiko von Bakterien gering zu halten. Viele Hunde mögen zudem die glibberige Konsistenz von roher Leber nicht.
2. Gekochte oder gebratene Hühnerleber: Du kannst die Leber kurz kochen oder leicht anbraten (ohne Öl und Gewürze!). Das macht sie für viele Hunde schmackhafter und tötet potenzielle Keime ab. Der Nachteil: Beim Kochen gehen einige hitzeempfindliche Vitamine verloren. Außerdem – seien wir ehrlich – der Geruch von kochender Leber in der Küche ist nicht jedermanns Sache.
Fazit
Ist Hühnerleber gesund für Hunde? Ja, sie ist eine der wertvollsten natürlichen Ergänzungen für den Speiseplan deines Hundes. Sie liefert lebenswichtige Vitamine, die im normalen Muskelfleisch fehlen.





